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Komplementäre Profile von Startups und Mittelstand bieten gute Kooperationsmöglichkeiten

Am ersten Tag des Innovationsforums Startup Mittelstand am 07.10. 2019 bei der IHK Dortmund ging es nach dem Grußwort des BMBF zunächst in einem Impulsvortrag von Prof. Dr. Heiko Kopf um das Zusammenwirken von Startups und Mittelstand. Das Beitragsbild zeigt die Moderatorin Britt Lorenzen in Diskussion mit Dominik Stute von der IHK und Dr. Ronald Kriedel vom Centrum für Entrepreneurship & Transfer.

Warum sind kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) so wichtig?

  • Im Jahr 2017 zählten rund 3,47 Millionen Unternehmen zu den KMU, das waren 99,5% aller Unternehmen in Deutschland.
  • Die KMU erwirtschafteten 2017 mit rund 2,33 Billionen Euro 35,0% des gesamten Umsatzes in Deutschland.
  • Die deutschen KMU hatten im Jahr 2017 rund 17,49 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (57,9%).
  • 81,9% aller Auszubildenden fanden sich Ende 2017 in Betrieben mit weniger als 500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.
  • Der Exportumsatz der KMU in Deutschland lag 2017 bei rund 213,9 Milliarden Euro,16,4% des Exportumsatzes aller Unternehmen.
  • Die KMU steuerten im Jahr 2017 rund 57,8% zur gesamten Nettowertschöpfung aller Unternehmen bei.
  • Unternehmen < 500 Beschäftigte hatten in 2017 mit 10,2 Mrd. Euro 11,6% an den gesamten FuE-Aufwendungen.

Quelle: IfM Bonn,
https://www.ifm-bonn.org/statistiken/mittelstand-im-ueberblick/#accordion=0&tab=0 , Abfrage vom 11.10.2019

Prof. Dr. Heiko Kopf von der Hochschule Hamm-Lippstadt wies genau auf dieses Missverhältnis von gesellschaftlicher und wirtschaftlich hoher Bedeutung einerseits und niedrigen internationalen Engagements sowie niedriger Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen andererseits hin.

Er legte die komplementären Profile von Startups und KMU's übereinander und zeigt sehr gute Ergänzungsmöglichkeiten auf.

Aus den unterschiedlichen Profilen ergeben sich gute Kooperationsmöglichkeiten für beide Seiten, allerdings weisen beide Gruppen unterschiedliche Mentalitäten und Taktzeiten auf. Der größte Vorteil für Startups dürfte im verbesserten Marktzugang und einer besseren Kundenorientierung liegen - der größte Vorteil der KMU sind disruptive Innovationen und der Zugang zu neuen Geschäftsmodellen. Allerdings kommen etablierte KMU mit der Dynamik und Flexibilität  in Startups nicht mit. Dennoch können beide Partner sich wechselseitig zu einem verbesserten Wachstum verhelfen.

Die Herausforderungen für KMU liegen in folgenden Punkten:

  • Veränderte Kundenwünsche
  • Marktveränderung
  • Personalentwicklung/ -gewinnung
  • Internationalisierung
  • Digitalisierung

Kopf appeliert an die KMU sich mit den innovativen Startups zu verbinden und zeigt, dass die aktuell erfolgsreichsten Unternehmen weltweit geradezu "Innovationsriesen" mit gigantischen Forschungs- und Entwicklungsausgaben sind. Gemessen an der Marktkapitalisierung befindet sich weltweit gesehen kein einziges deutsches Unternehmen mehr unter den top ten.

Prof. Dr. Kopf zitiert und übersetzt Robert Sutton, Stanford University:

"Sobald Unternehmen versuchen, die Zahl der Flops zu verringern, kommt der Innovationsprozess zum Erliegen. Der Schlüssel zu effizienter Innovation besteht darin, schneller zu scheitern und nicht weniger häufig."

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