Die Welt von Übermorgen in der 4. industriellen Revolution

Die 4. industrielle Revolution dreht sich um 3 Themen: Ernährung, Energie und Mobilität, so Jörg Heynkes auf dem Innovationsforum am 8.10. 2019 in seinem Vortrag Die Stadt der Zukunft in der Welt von Übermorgen.

Jörg Heynkes ist gelernter Fotograf und ist mit einer Gastronomie und Bürovermietungsgesellschaft erfolgreich. Außerdem ist er ein mitreißender Keynotespeaker. Als Visionär hat er gelegentlich einen leichten Hang zur Überzeichnung, aber hierdurch gewinnt die Dramatik seines mit Videos gespickten Vortrages durchaus. Daher war es schade, dass er vor leeren Rängen referierte.

Heynkes beschreibt das Bild des Tsunamis vom 26.12. 2004. Auf diesem Bild ist ersichtlich, dass die Menschen, die wenige Sekunden später tot oder schwer verletzt waren, keine Ahnung hatten, von dem, was da auf sie zukam.

Er zieht eine Parallele zu den disruptiven Entwicklungen, die mit der aktuellen Digitalisierung einhergehen und findet, das 80 - 90% der ihm bekannten Unternehmen aktuell im digitalen Tiefschlaf verharren.

Sprunghafter Anstieg der Weltbevölkerung macht digitale Disruption notwendig

Mit jeder industriellen Revolution hat sich das Bevölkerungswachstum beschleunigt und die Wachstumszyklen haben sich verkürzt. Dies betrifft allerdings nicht nur das Bevölkerungswachstum, sondern auch die Innovationszyklen. Wenn Heynkes feststellt, dass es unser wichtigstes mobile Device, das Smartphone erst seit 2008 gibt, dann kann sich das nur auf die seit 2007 mit dem IPhone signifikant ansteigende Verbreitung beziehen (erfunden wurde es 1994), aber weil es aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken ist, macht es doch die Entwicklung klar. So folgert Heynkes wie unglaublich günstig das Smartphone eigentlich ist (mit Lexikon, Fotoapparat, Videokamera, Spielekonsole, ....). Unternehmer wie Steve Jobs, Larry Page und Sergey Brin, Marc Zuckerberg oder Jeff Bezos stehen für das Nutzenangebot unserer Zeit - sie haben eines gemeinsam....(siehe auch Titelbild)

Plattformtechnologien beherrschen den Markt

Wie wird es weitergehen?

Mit Alexa, IBM Watson, Siri & Co hat erst der Anfang einer immer rasanter werdenden Entwicklung im Bereich künstlicher Intelligenz begonnen. KI ist das Zentrum der 4. industriellen Revolution. Sie wird durch die Fortschritte in der Robotik ergänzt: Noch vor wenigen Jahren begeisterte uns Pepper, der erste humanoide Roboter in Europa. Nur mit Rollen ausgestattet ist das holen einer Kiste Bier aus dem Keller oder das putzen auf Schränken sicher schwierig für Pepper. Ein Problem, das Atlas nicht mehr hat. Sophia kann kontextabhängige Antworten geben.

Ergänzend entwickeln sich AR/VR Techniken, die beispielsweise weite Reisen überflüssig machen könnten. Wozu tausende Kilometer zu einer Automobilmesse  fliegen, wenn AR/VR das gleiche Live Erlebnis bieten können?

Es ist nicht nur die Technik, die sich ändert, es sind auch gesellschaftliche Organisationsformen, die auf den Prüfstand gestellt werden müssen. Stellvertretend für  Uber oder airbnb schießen Sharing Economy Projekte nur so aus dem Boden.

Man stelle sich nur vor, welche gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen solche Entwicklungen im Automobilbereich haben könnten: Fahrzeuge, die als "Stehzeuge" eher Statussymbol als Nutzenstifter sind, werden mit Perfektion selbstfahrender Fahrzeuge "as a service" genutzt. Sie werden nur dann gerufen und benutzt, wenn sie gebraucht werden und sind ständig im Einsatz. Hierdurch werden Autohäuser überflüssig.  Dank wartungsärmerer Elektrotechnik und unfallfreierem KI gestütztem Fahren werden weniger Werkstätten benötigt, selbst Unfallmediziner haben weniger zu tun.

Schon heute können intelligente Kleidungsstücke oder Toilletten zur medizinischen Prophylaxe beitragen, wenn gleich man vorsichtig sein sollte, wie das Video zur Voice Control zeigt.

Was angesichts der Populationsentwicklung einerseits und den technischen Lösungsmöglichkeiten andererseits bleibt sind 3 Kernthemen.

3 Kernthemen

  1. 1
    Ernährung
  2. 3
    Energie
  3. 4
    Mobilität

Heynkes führt aus, das "in vitro" Fleisch in 4-5 Jahren kostengünstiger sein wird als herkömmliches Fleisch.
Stadtfarmen und Aquaponicsysteme liefern Obst und Gemüse.

Blockkraftwerke und Kraftwärmepunpen verbessern die Effizienz der Energieversorgung.

Im Bereich Mobilität wird sich der elektrische Antrieb durchsetzen, unabhängig davon, ob der Energiespeicher eine Litium Ionen Zelle oder ein Wasserstofftank ist. Es gibt vier Megatrends: Die Mobilität wird vernetzt, autonom, mit flexiblen Nutzungsmodellen und elektrischen Antrieben.

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