Anhaltender Aufschwung oder Vorboten der Krise?
Was erwartet uns in Deutschland?

Am 16.10.2019 lud das Branchennetzwerk Draht bei der Sase gGmbH zum spannenden Thema  „Der Brexit und seine
ökonomischen Auswirkungen“ ein.

Nach verschiedenen Impulsvorträgen wurden die Konsequenzen eines Brexit auf der Bühne diskutiert. Diskussionsteilnehmer waren: Markus Giese, Vorsitzender netzwerkdraht e.V., Margarete Müller, Präsidentin der Niederlassung NRW Deutsche Bundesbank, Jürgen Matthes, Institut der deutschen Wirtschaft Köln, e.V., Michael Giese, FrachtBeratungNord, Seevetal, Jürgen Matthes, Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V., Köln, Olaf Metzger, Rhenus SE & Co. KG, Holzwickede, Ralf Stoffels, BIW Isolierstoffe GmbH, Ennepetal, Präsident der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen.

Harter Brexit vor allem für die Briten

Im Folgenden werden lediglich auszugsweise einige Bullet Points dargestellt, die aber zumindest für den Brexit Neuling interessante Erkenntnisse liefern:

Trotz der aktuell vereinbarten Verschiebung der Brexit-Entscheidung auf den 31.01.2020 hat bereits die Ankündigung eines "harten Brexit" unabhängig von laufenden Zollunion-Diskussionen die Wirtschaft sowohl in UK als auch in Deutschland und Europa stark beschädigt. Nachfolgend die bisherige Entwicklung.

Die zu erwartenden Beeinträchtigungen in den Lieferketten durch Zölle und Grenzkontrollen könnten in Deutschland 100.000 Arbeitsplätze gefährden - auf der Insel wurden bereits Waren im Wert von 4,3 Milliarden Euro gehortet, um Lieferengpässe zu vermeiden. Täglich landen rund 10.000 Container von der EU in Großbritannien an. Die nachfolgende Grafik zeigt, dass die Verluste in UK ungleich höher ausfallen werden, als in der EU und in Deutschland. Von der mittelfristig zu erwartenden Verlagerung der Finanzzentren noch gar nicht geredet.  Die nachfolgende Grafik zeigt die teilweise heftigen Wechselkursschwankungen nach Ankündigung des Austritts.

Die Auswirkungen für die Briten sind dort so katastrophal, weil UK ungleich weniger in die EU exportiert als importiert. In Deutschland sind die einzelnen Regionen aufgrund ihrer räumlichen Nähe unterschiedlich stark betroffen.

Die Frage, was kommt nach einem harten oder weichen Brexit auf uns zu ist keineswegs trivial und sicher wird auch Deutschland unter dem Brexit leiden, aber viele Unternehmen, wie z.B. die BIW Isolierstoffe GmbH haben sich auf den Brexit vorbereitet und konzentrieren sich bereits heute auf andere Umsatzziele. Mit einer Vielzahl von Verordnungen und Notfallplänen ist selbst der Staat gut vorbereitet, so dass nicht zu erwarten ist, dass der BREXIT gravierende Folgen für unsere Volkswirtschaft und deren konjunkturelle Entwicklung haben wird.

Herbstgutachten der Wirtschaftsweisen mit Konjunkturprognose in Deutschland

Die vorstehenden Ausführungen zum Brexit als Nicht-Konjunkturtreiber werden ergänzt durch den Vortrag zum Herbstgutachten der Wirtschaftsweisen. Der Referent im Westfälischen Industrieklub, Prof. Dr. Torsten Schmidt, war für das RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung e.V., Essen maßgeblich und federführend beteiligt.

Folgende Feststellungen sind interessant:

  • Die Weltwirtschaft entwickelt sich durchweg positiver, als die deutsche Wirtschaft.
  • Aber auch in Deutschland gibt es keine Rezession oder Krise.
  • Vielmehr wird die negative Entwicklung in den produktionsnahem Bereichen, insbes. Automobil durch eine positive Entwicklung in Handel, Handwerk, Gastronomie und im Dienstleistungssektor nahezu kompensiert.
  • So zeigt der Containerumschlagindex als BIP Indikator (s. Beitragsbild) lediglich ein abgeschwächtes Wachstum, aber keinen Einbruch.

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