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Schutz und Gestaltungsmöglichkeiten für Unternehmens- und Privatvermögen 

WP StB Dr. Burbach und RA Klepper gaben im hagener Arcadeon am 13.05.2019 Tipps zu dauerhaften und legalen Vermögensverschiebung aus dem Unternehmen in das Privatvermögen. Ziel ist es, 100% des Vermögens im Privatvermögen zu halten, um das Familienvermögen auch dann zu erhalten, wenn das Unternehmen in der Krise steckt.

RA Klepper rät tendenziell von D&O Policen ab. Die Directors and Officers Versicherungen sind mit 1.500 Euro pro 1 Mio. Deckungssumme nicht nur recht teuer - auch werden ungewollte Rechtsverstöße dort gar nicht abgedeckt.

Risiken müssen kalkulierbar sein. - Frühzeitig gestalten!

Bereits im Vorfeld müssen Risiken im unternehmerischen und privaten Bereich vermieden werden oder zumindest separierbar gemacht werden. So können etwa risikoreiche und risikoarme Tätigkeiten, oder betriebsnotwendiges und nicht betriebsnotwendiges Kapital voneinander getrennt werden. Hier spielen Gesellschaftsrecht, Zivilrecht, Steuerrecht Insolvenzrecht und betriebswirtschaftliche Überlegungen zusammen.

Sobald die Schulden in der Gesellschaft größer als die Vermögensgegenstände sind, kommen Gesellschafter und Geschäftsführer schnell in eine persönliche Haftung. Eine sogenannte Risikoinventur ist daher frühzeitig zu empfehlen. Nach der Bestandsaufnahme der Risiken werden die Risiken mit Eintrittswahrscheinlichkeit und potenzieller Schadenhöhe bewertet und es werden Gegensteuerungsmaßnahmen geplant.

Beim Vermögenstransfer vom Unternehmens- zum Privatvermögen gibt es zahlreiche Risiken, beispielsweise::

  • Verdeckte Gewinnausschüttungen
  • Steuerzahlung bei Überentnahme thesaurierter Gewinne
  • Wiederaufleben der persönlichen Haftung
  • Anfechtbarkeit
  • Kapitalersatzregeln

Die rechtlichen Grenzen des Vermögenstransfers werden gesetzt durch:

  • Strafrecht
  • Insolvenzrecht
  • Anfechtungsrecht
  • Steuerrecht

Die InSO sieht Anfechtungszeiträume bis zu 10 Jahren vor. So können auch entgeltliche Übertragungen an nahestehende Personen oder inkongruente Leistuingen und Gegenleistungen angefochten, d.h. rückgängig gemacht werden. Eine vorsätzliche Benachteiligung von (anderen) Glübigern kann 10 Jahre lang angefochten werden. Schenkungen sind nur 4 Jahre lang anfechtbar, d.h. müssen vor der Insolvenzeröffnung abgeschlossen sein.

Da es bei Schenkungen Freibeträge der Schenkungssteuer gibt, die Ehegatten und Kinder begünstigen, soweit nicht bestimmte Maximalbeträge überschritten werden, ist eine Schenkungsbewertung z.B. bei Immobilien oder Unternehmensanteilen immer problematisch.

Unternehmenswertgutachten, die durch einen Experten erstellt wurden und bei denen die Bewertungsmethodik bestimmten Standards entspricht, schützen vor Anfechtungen. Diese Bewertungen können von Wirtschaftsprüfern oder auch von Unternehmensberatern erstellt werden, wobei letztere oft eine staatliche Bezuschussung anbieten.

Die Referenten führten zur beliebten Eigenheimübertragung aus, dass bei unentgeltlicher Übertragung die Anfechtungsfrist 4 Jahre und bei entgeltlicher Übertragung nur 2 Jahre beträgt. Steht der Insolvenzantrag allerdings schon erkennbar bevor, beträgt die Frist zur Vorsatzanfechtung 10 Jahre.

Bei der Risikoabsicherung gilt einmal mehr; Der frühe Vogel fängt den Wurm!

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